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Beitragsbemessungsgrenze 2026 steigt: Warum Besserverdienende 2026 weniger Netto haben?

2026-01-06

Die erste Gehaltsabrechnung des neuen Jahres kommt. Das Bruttogehalt bleibt gleich. Das Nettoeinkommen sinkt trotzdem. Viele Besserverdienende erleben 2026 genau das und wundern sich. Allerdings ist Ihre Gehaltsabrechnung sehr wahrscheinlich korrekt. Der Grund liegt in der neuen Beitragsbemessungsgrenze 2026. Sie steigt spürbar. Dadurch fließt ein größerer Teil Ihres Einkommens in die Sozialversicherung. Warum das so ist, wie hoch die neuen Grenzen ausfallen und welche Optionen Sie jetzt prüfen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel. 

Das Wichtigste in Kürze:  

  • Weniger Netto vom Brutto: Besserverdienende haben im Januar weniger Netto, obwohl das Bruttogehalt gleich bleibt – Grund sind die höheren Beitragsbemessungsgrenzen 2026. 

  • Für normalverdienende Angestellte ändert sich nichts: Die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze hat nur Auswirkungen auf höhere Einkommen. Außerdem betrifft sie nur die gesetzliche Krankenversicherung. 

  • Mehr beitragspflichtiges Einkommen: Für die gesetzliche Krankenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze 2026 auf 69.750 Euro (jährlich) und für die Rentenversicherung auf 8.450 Euro (monatlich). 

  • Brutto-Netto-Rechner nutzen: Damit können Sie den Effekt vorab prüfen und Ihr Nettoeinkommen realistisch planen. 

  • Option PKV prüfen: Für Gutverdienende kann die private Krankenversicherung ein Sparpotenzial bieten, Entscheidung sollte aber langfristig bedacht werden. 

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze eigentlich? 

Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welchem Einkommen Sie Beiträge zur Sozialversicherung zahlen. Verdienen Sie weniger als diese Grenze, zahlen Sie auf Ihr gesamtes Gehalt Beiträge. Verdienen Sie mehr, endet die Beitragspflicht genau an dieser Grenze. Alles darüber bleibt beitragsfrei. 

Ein einfaches Beispiel: 
Liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei beispielsweise bei 5.000 Euro Brutto im Monat und Sie verdienen 6.000 Euro Brutto, zahlen Sie nur Beiträge auf 5.000 Euro. Die restlichen 1.000 Euro bleiben unberührt. 

Diese Grenze gilt für die Kranken- und die Rentenversicherung. Der Staat passt sie regelmäßig an. Meist steigt sie, wenn die Löhne insgesamt wachsen. 

Steigt die Beitragsbemessungsgrenze, zahlen Gutverdienende mehr, weil ein größerer Teil ihres Einkommens beitragspflichtig wird. Genau deshalb fällt das Nettoeinkommen 2026 bei Gutverdienenden niedriger aus. 

Gut zu wissen: Die Beitragsbemessungsgrenze für Krankenkassenbeiträge gilt nur für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV), nicht für private Krankenversicherungen (PKV).  

Beitragsbemessungsgrenzen 2026 im Überblick 

Wer gut verdient, zahlt 2026 höhere Beiträge für die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung. Für Normalverdienende ändert sich hingegen durch die Anpassung nichts. 

Die Bundesregierung ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Beitragsbemessungsgrenzen jedes Jahr neu zu bestimmen. Grundlage für die Erhöhungen sind die gestiegenen Löhne und Einkommen. Das System reagiert also automatisch. Für viele Gutverdienende heißt das: mehr Abzüge.  

Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung 2026 

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung steigt 2026 erneut und erhöht sich auf:  

  • 69.750 Euro (jährlich) 

  • 5.812,50 Euro (monatlich) 

2025 waren es noch 66.150 Euro im Jahr beziehungsweise 5.512,50 Euro im Monat. Damit erhöht sich der Einkommensanteil, auf den Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung fällig werden. Das betrifft alle, die in der GKV versichert sind und oberhalb der bisherigen Grenze verdienen. 

Gut zu wissen: Auch die Versicherungspflichtgrenze ist 2026 auf 77.400 Euro jährlich gestiegen. Das heißt, erst ab diesem Einkommen können sich Beschäftigte privat krankenversichern lassen. 

Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung 2026 

Auch die Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung 2026 wird angehoben auf:  

  • 8.450 Euro (monatlich, allgemeine Rentenversicherung) 

  • 10.400 Euro  (monatlich, knappschaftliche Rentenversicherung) 

2025 belief sich die Grenze noch auf 8.050 Euro im Monat (für die allgemeine Rentenversicherung) und 9.900 Euro (für die knappschaftliche Rentenversicherung). 

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Rente 2026 sorgt dafür, dass ein größerer Teil Ihres Einkommens in die gesetzliche Rente fließt. Das gilt bundesweit einheitlich. Für Führungskräfte und Spezialisten mit hohem Fixgehalt oder Bonus ist das einer der Hauptgründe für den Januar-Schock. 

Gut zu wissen: Auch das Durchschnittseinkommen, das zur Berechnung der Rentenpunkte herangezogen wird, ist 2026 auf 51.944 Euro pro Jahr gestiegen. Wer zum Beispiel genau diesen Betrag verdient, erhält einen vollen Rentenpunkt. 

Warum trifft die Beitragsbemessungsgrenze gerade Besserverdienende? 

Die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze betrifft vor allem Menschen mit hohem Einkommen. Warum? Ganz einfach: Wer weniger verdient, zahlt die gleichen Sozialversicherungsbeiträge wie immer. Nur die Angestellten, die sonst einen Teil Ihres Einkommens beitragsfrei erhalten haben, spüren die Veränderung. Und dies sind die Arbeitnehmenden mit höherem Einkommen. 

Mit den neuen Beitragsbemessungsgrenzen 2026 wird ein größerer Teil des Einkommens beitragspflichtig. Mehr Einkommen bedeutet also auch höhere Abzüge – selbst ohne Gehaltserhöhung. 

Besonders spürbar ist der Effekt bei: 

  • Führungskräften 

  • Spezialisten mit hohem Fixgehalt 

  • Mitarbeitenden mit Boni oder variablen Vergütungen 

Ein Beispiel: Verdienen Sie bisher 6.000 Euro monatlich, lag bisher ein Teil über der alten Beitragsbemessungsgrenze. Dieser Teil war beitragsfrei. 2026 fällt mehr Ihres Gehalts in den Beitrag – Ihr Nettoeinkommen sinkt. 

Mit dem Brutto-Netto-Rechner den Effekt vorab prüfen 

Sie wollen wissen, wie sich die neuen Beitragsbemessungsgrenzen 2026 konkret auf Ihr Gehalt auswirken? Dann lohnt sich ein aktueller Brutto-Netto-Rechner. Damit sehen Sie auf einen Blick, wie viel Netto am Ende übrig bleibt – noch bevor die erste Gehaltsabrechnung im Januar kommt. 

Der Vorteil: Sie können verschiedene Szenarien durchspielen, zum Beispiel: 

  • Wie wirkt sich Ihr Bonus aus? 

  • Wie hoch fallen die Abzüge bei einer Gehaltserhöhung aus? 

  • Lohnt sich ein Wechsel zur privaten Krankenversicherung? 

So bekommen Sie Klarheit und vermeiden Überraschungen. Achten Sie darauf, dass Ihr Online-Rechner die neuen Werte von 2026 berücksichtigt. Wir empfehlen Ihnen den Brutto Netto Rechner des Handelsblatts oder der Stiftung Warentest. 

Lohnt sich ein Wechsel in die private Krankenversicherung 2026? 

Viele Besserverdienende überlegen jetzt, ob ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) sinnvoll ist. Die steigenden Beitragsbemessungsgrenzen 2026 verstärken diesen Gedanken: Mehr Einkommen bedeutet höhere Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). 

Die Versicherungspflichtgrenze liegt 2026 bei 77.400 Euro jährlich. Ab diesem Einkommen können Sie sich als Angestellte oder Angestellter privat krankenversichern lassen. 

In der PKV hängen die Beiträge nicht vom Einkommen ab, sondern von Alter, Gesundheitszustand und gewähltem Tarif. Wer jung und gesund ist, kann hier oft sparen – vor allem bei hohem Einkommen. 

Aber Vorsicht: Ein Wechsel ist langfristig bindend. Die Beiträge steigen mit dem Alter, und ein späterer Wechsel zurück in die GKV ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Zudem deckt die PKV andere Leistungen ab als die GKV – zum Beispiel kann der Versicherungsschutz sehr umfassend sein, aber auch teurer, wenn Zusatzleistungen gewählt werden. 

Kurz gesagt: Die private Krankenversicherung kann für Gutverdienende ein Sparpotenzial eröffnen. Eine Entscheidung sollte aber gut überlegt sein und die persönliche Situation berücksichtigen und auch  

Die neuen Beitragsbemessungsgrenzen 2026 treffen viele Besserverdienende – und das aus einem einfachen Grund: mehr Einkommen wird jetzt beitragspflichtig, das Nettoeinkommen sinkt.  Brutto-Netto-Rechner geben Orientierung, und ein Blick auf die Optionen der privaten Krankenversicherung kann sich lohnen. Am wichtigsten ist: Sie verstehen, warum sich Ihr Gehalt verändert. Wissen sorgt dafür, dass Sie Ihre Finanzen sicher planen können. 

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